Am 3. Oktober 2026 findet in ganz Österreich der jährliche Zivilschutzprobealarm statt. Zwischen 12:00 und 12:45 Uhr werden dabei mehr als 8.000 Sirenen getestet, davon 521 in Salzburg. Der Probealarm dient der technischen Überprüfung des flächendeckenden Warnsystems und soll gleichzeitig die Bevölkerung daran erinnern, wie wichtig es ist, Warnsignale zu kennen und im Ernstfall richtig zu reagieren.

Der diesjährige Zivilschutzprobealarm bietet darüber hinaus einen guten Anlass, die eigene Krisenvorsorge zu überprüfen. Die aktuelle Umfrage des Zivilschutzverbandes zeigt: Die Salzburger Bevölkerung ist durchaus mit Krisen und Notfällen vertraut, bei der persönlichen Vorbereitung besteht aber noch Potenzial.

86 Prozent bereits von Krisen, Unfällen oder Kriminalität betroffen
86 Prozent der Salzburgerinnen und Salzburger geben an, bereits einmal von einer Katastrophe, einem Unfall oder Kriminalität betroffen gewesen zu sein. Am häufigsten wurden Unwetterkatastrophen (33 Prozent) und Haushaltsunfälle (31 Prozent) genannt. Trotz dieser Erfahrungen fühlt sich nur rund ein Drittel gut vorbereitet: 35 Prozent der Salzburgerinnen und Salzburger beurteilen ihre allgemeine Vorbereitung auf Katastrophen als gut oder sehr gut. Gleichzeitig wünschen sich 52 Prozent, besser auf Krisen vorbereitet zu sein.

Die Zahlen zeigen damit eine klare Lücke zwischen Krisenerfahrung und persönlicher Vorbereitung. Wie es um die konkrete Vorsorge in den Haushalten steht, zeigt ein Blick auf die vorhandenen Vorräte.

Lebensmittel sind vorhanden – bei Wasser, Licht und Bargeld gibt es Lücken
Lebensmittel und Medikamente sind in den Salzburger Haushalten vergleichsweise gut bevorratet. Weniger als die Hälfte der Befragten haben hingegen Wasser, Notbeleuchtung oder Bargeld für einen Krisenfall zu Hause. Nur rund ein Drittel verfügt über eine Notkochstelle, mit der sich bevorratete Lebensmittel auch ohne Strom zubereiten lassen. Immerhin haben 64 Prozent Lebensmittel für eine Woche oder länger zu Hause. 21 Prozent kommen mit ihren Vorräten maximal drei Tage aus. Gleichzeitig zeigt die Umfrage einen wichtigen Zusammenhang: Je besser die Menschen informiert sind, desto besser haben sie auch vorgesorgt.

„Der Zivilschutzprobealarm soll für die Bevölkerung auch Anlass sein, die persönliche Vorsorge zu überprüfen“, betont LAbg. Bgm. Hannes Schernthaner, MIM, Präsident des Salzburger Zivilschutzverbandes. „Großereignisse können nur gemeinsam bewältigt werden, deshalb ist es wichtig, dass jeder für sich selbst vorsorgt.“

Zivilschutzprobealarm als persönlicher Vorsorge-Check
Ausreichende Vorräte sind ein wichtiger Teil der persönlichen Krisenvorsorge. Der Probealarm bietet deshalb die Gelegenheit, den eigenen Haushalt und die Notfallpläne systematisch zu überprüfen: Sind die notwendigen Dinge vorhanden, funktionsfähig und nicht abgelaufen?

  • Lebensmittel: Für mindestens 10 – 14 Tage sollten ausreichend haltbare Lebensmittel und Getränke vorhanden sein. Dabei empfiehlt es sich, die Vorräte regelmäßig zu kontrollieren und abgelaufene Produkte zu ersetzen.
  • Medikamente und Hygieneartikel: Ein ausreichender Vorrat an wichtigen Medikamenten und Hygieneartikeln sollte ebenso selbstverständlich sein. Bei der Vorbereitung sind auch die besonderen Bedürfnisse von Babys, Kleinkindern und Haustieren zu berücksichtigen.
  • Notfallutensilien: Taschenlampen und passende Batterien sollten griffbereit und funktionsfähig sein. Auch ein batteriebetriebenes Radio ist im Krisenfall wichtig, insbesondere wenn die üblichen Kommunikations- und Informationswege ausfallen. Je nach persönlicher Situation kann zudem eine Notstromquelle sinnvoll sein.
  • Dokumente und Notfallplan: Wichtige Dokumente sollten rasch auffindbar und wichtige Kontaktdaten verfügbar sein. Ein persönlicher Notfallplan sollte festlegen, wie Familienmitglieder miteinander Kontakt aufnehmen, wo sie sich im Bedarfsfall treffen und was im Fall einer Evakuierung zu tun ist.

Zur Krisenvorsorge gehört aber nicht nur, im eigenen Haushalt vorbereitet zu sein. Im Ernstfall muss auch klar sein, wie Warnungen zu erkennen sind und wo verlässliche Informationen zu finden sind.

Sirenensignale kennen und richtig reagieren
Österreich verfügt über ein mehrstufiges Warnsystem. Neben dem flächendeckenden Sirenennetz steht mit AT-Alert ein offizieller und kostenloser Warnkanal zur Verfügung, über den Warnungen direkt und ortsbezogen auf Mobiltelefone übermittelt werden können.

  • Sirenenprobe: 15 Sekunden Dauerton
  • Feuerwehralarm: 3 × 15 Sekunden Dauerton
  • Warnung: 3 Minuten gleichbleibender Dauerton
  • Alarm: 1 Minute auf- und abschwellender Heulton
  • Entwarnung: 1 Minute gleichbleibender Dauerton

Bei einem echten Alarm sind jedenfalls weitere Informationen und Verhaltenshinweise über Radio, Fernsehen, Internet und AT-Alert abzurufen.

Der Zivilschutzprobealarm ist damit mehr als ein jährlicher Funktionstest der Sirenen. Krisenvorsorge funktioniert auf mehreren Ebenen: Der Staat sorgt für Warnung und Information, gleichzeitig trägt jeder Einzelne Verantwortung für die eigene Haushaltsvorsorge.