Internet ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ob beruflich, privat oder in der Schule – wir alle nutzen täglich Online-Dienste, Apps und soziale Netzwerke. Doch mit den vielen Möglichkeiten steigen auch die Risiken. Laut Landeskriminalamt wurden 3.580 Fälle von Internetkriminalität im Jahr 2024 registriert.
„Ob Onlinebanking, E-Mail, soziale Medien oder Streamingdienste – unser Leben ist zunehmend digital vernetzt. Umso wichtiger ist es mit Sicherheitsbewusstsein im Netz unterwegs zu sein“, so LR Dipl. Ing. Dr. Josef Schwaiger Präsident des Salzburger Zivilschutzverbandes.

Josef Schwaiger Credit_Niki Faistauer
Digitale Sicherheit betrifft jede und jeden von uns. Mit einfachen Schutzmaßnahmen, Hausverstand und einem gesunden Maß an Misstrauen kann das Risiko erheblich reduziert werden. Gerade in Zeiten, in denen Smartphones und Tablets zum ständigen Begleiter geworden sind, ist der Schutz persönlicher Daten unerlässlich.
Der SZSV rät zu folgenden Grundregeln der digitalen Selbstverteidigung:
- Sichere & starke Passwörter verwenden: Mindestens 8–10 Zeichen, inklusive Groß-/Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen. Keine Namen, Geburtstage oder Muster wie „12345“. Jeder Account braucht ein eigenes Passwort – regelmäßig (mindestens quartalsweise) wechseln. Passwort-Manager verwenden statt Zettelwirtschaft.
- Smartphone sicher nutzen: Automatische Sperre aktivieren – das ist besonders bei Verlust oder Diebstahl entscheidend. Handy niemals unbeaufsichtigt lassen, vor allem nicht in öffentlichen Räumen. Nur Apps aus offiziellen Stores wie „Apple Store“ oder „Google Play“ laden. Eine regelmäßige Datensicherungen durchführen und keine sensiblen Daten per SMS, Messenger oder unsicheren WLAN-Verbindungen senden.
- Vorsicht beim Onlinebanking: Banken fordern niemals per E-Mail oder Telefon geheime Zugangsdaten. Achten Sie auf täuschend echte Phishing-Mails, meist mit fehlerhaftem Deutsch, seltsamen Links oder Aufforderungen zur Dateneingabe. Das eigene gerät nicht manipulieren („jailbreaken“ oder „rooten“) lassen und aktuelle Sicherheitssoftwares verwenden. Außerdem bieten TAN- oder TAC-Verfahren mit zusätzlicher Bestätigung via SMS nochmals mehr Sicherheit bei Transaktionen. Generell gilt Bankgeschäfte nur über offizielle Apps und sichere Browserzugänge durchführen
- Im Internet gilt – Denken vor Klicken: Fake-Shops und sensationelle Angebote meiden und bei unbekannten Anbietern niemals Vorauskasse leisten. Unbekannte E-Mails nicht öffnen und verdächtige Inhalte sofort löschen. Bei einem Betrugsverdacht ist es wichtig professionelle Hilfe zu suchen und Anzeige bei der Polizei zu erstatten.
- Sozialen Medien mit Bedacht nutzen: Nicht alles posten und nichts Unüberlegtes teilen, denn das Internet vergisst nicht. Peinliche Fotos oder Streitigkeiten unter geteilten Inhalten bleiben oft dauerhaft auffindbar – hier an die Nachwirkungen denken. Wichtig ist zudem die eigene Privatsphäre zu schützen. Standortfreigaben, öffentliche Freundeslisten und persönliche Daten leichtfertig sollten sorgfältig überlegt sein.
- Schutz für Kinder und Jugendliche: Zu Hause mit den Kindern offen über die Internetnutzung sprechen und klare Regeln vereinbaren. Interaktion mit Unbekannten vermeiden, besonders auf Plattformen wie TikTok, Snapchat oder bei Online-Games. Hilfreich ist hier auch die Installation einer kindgerechten Schutzsoftware.
Digitale Sicherheit ist keine Frage von Technikaffinität, sondern von Aufmerksamkeit und gesunder Vorsicht. Wer einfache Schutzmaßnahmen beachtet, regelmäßig Passwörter aktualisiert, Updates durchführt und bei verdächtigen Mails oder Links skeptisch bleibt, kann viele Gefahren im Netz vermeiden. Der verantwortungsbewusste Umgang mit digitalen Medien schützt nicht nur persönliche Daten, sondern auch die Privatsphäre und das finanzielle Wohl. Der Salzburger Zivilschutzverband ruft daher alle Bürgerinnen und Bürger auf: Nehmen Sie Ihre digitale Sicherheit selbst in die Hand – mit Hausverstand, Wissen und Vorsicht.
