Wie macht man den eigenen Haushalt fit für Krisensituationen und das mit einem positiven Blick auf Eigenverantwortung? Der Salzburger Zivilschutzverband zeigt zum Jahresbeginn, wie einfach und alltagstauglich Krisenvorsorge sein kann.

Schwere Schneefälle, Stromausfälle, Hochwasser oder Ähnliches können – wie jüngste Erfahrungen zeigen – zu unvorhersehbaren kritischen Situationen führen. Wer einige Tage selbstständig überbrücken kann, erhält dann vor allem Handlungsspielraum und reduziert den Druck auf Einsatzorganisationen.         Laut Umfrage des Österreichischen Zivilschutzverbands (Durchführung: Market Institut) geben 42% der SalzburgerInnen an besorgt über allgemeine Umweltkatastrophen zu sein. Auf solche Ereignisse durch eine individuelle Vorsorge gut vorbereitet sind sogar nur 33% der Befragten.

„Kern einer modernen Haushalts-Resilienz ist ein Vorrat für mindestens 10-14 Tage. Das lässt sich auch elegant in den Alltag integrieren. Viele Vorteile zeigen sich sogar abseits jeder Krise: volle Speisekammer, flexible Mahlzeitenplanung und weniger Stress bei Einkaufsengpässen.“, so Winfried Kunrath, Geschäftsführer des Salzburger Zivilschutzverbandes.

Der Salzburger Zivilschutzverband rät dazu, regelmäßig die eigenen Bestände zu überprüfen. Das Rotationsprinzip („Erst verbrauchen, dann ersetzen“) verhindert abgelaufene Ware und macht Vorratshaltung zu einem nachhaltigen System. Wer das einmal eingerichtet hat, profitiert dauerhaft.

  • Lebensmittel: Hier eignen sich lang haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Haferflocken, Knäckebrot, Gemüse- und Fischkonserven, Suppen, sowie H-Milch. Bevorraten Sie nur Produkte, die Sie im Alltag ohnehin verbrauchen, damit ein natürlicher Warenumschlag stattfindet. Tierfutter und Babynahrung nicht vergessen.
  • Alternative Kochmöglichkeiten: Bei Stromausfall können Notkochstellen und Fonduesets mit Brennpaste, Campingkocher oder der Griller genutzt werden. Geräte, die Gas oder Kohle benötigen, ausschließlich draußen verwenden (Vergiftungsgefahr). Im Haus nur Brennpaste oder Geräte gemäß Herstellerangabe verwenden. Immer auch Feuerlöscher oder Löschdecken bereithalten.
  • Lichtquellen: Für die Beleuchtung eignen sich Kerzen, Taschen-/ Stirnlampen sowie Campinglampen. Denken Sie an Ersatzbatterien und Zündmittel (Streichhölzer/Feuerzeug).
  • Medikamente und Hygiene: Dauermedikamente sowie Verbandsmaterial, Schmerzmittel, Erkältungsmittel und Desinfektionsmittel vorrätig halten und Haltbarkeit prüfen. Zusätzlich Hygieneartikel wie Zahnpasta, Zahnbürsten, Toilettenpapier, Seife, Damenhygieneartikel, Feuchttücher und Müllbeutel bevorraten.
  • Notfallutensilien: Zur Informationsaufnahme ohne Strom sind ein batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio sinnvoll. Etwa 200 Euro Bargeld pro Person in kleinen Scheinen bevorraten (Zahlungssysteme können ausfallen). Gegen Kälte helfen Decken, Schlafsäcke und warme Kleidung in Schichten. Notstromaggregate niemals in Innenräumen betreiben und eine regelmäßige professionelle Wartung durchführen lassen.
  • Familiennotfallpläne: Treffpunkte, Wege und Verantwortlichkeiten im Ernstfall vorab klären (z. B. Wer holt die Kinder ab? Wo trifft man sich, wenn Wege blockiert sind?). Verkehrsknotenpunkte mit Staugefahr berücksichtigen. Immer auch Notfallkontakte und wichtige Dokumente griffbereit halten.

Sanieren & Bauen: Resilienz beginnt am Haus
Im Krisenfall ist nicht nur wichtig, dass der Haushalt funktioniert. Man sollte auch prüfen, wie gut das eigene Zuhause insgesamt geschützt ist. Dabei geht es beim Sanieren und Bauen heute nicht nur um moderne Technik oder den Werterhalt des Hauses. Es geht auch darum, wie widerstandsfähig ein Gebäude in Zukunft gegen äußere Einflüsse sein soll. Dabei stellen sich zum Beispiel folgende Fragen:

  • Gibt es Risiken am Standort des Hauses (z. B. Hochwasser, Muren, Lawinen)?
    • Welche baulichen Schutzmaßnahmen sind möglich?
    • Welche alternativen Energie- oder Heizlösungen kann man einplanen?
    • Welche Räume eignen sich für kühle und sichere Vorratslagerung?

Solche Überlegungen helfen, gute Entscheidungen bei Bau- oder Sanierungsprojekten zu treffen.
Auf der Messe „Bauen & Wohnen“ Anfang Februar geben Fachleute aus Bau, Energie und Sicherheit dazu praktische Informationen. Der Salzburger Zivilschutzverband ist ebenfalls vor Ort und informiert über Maßnahmen zum Schutz und zur Krisenvorsorge.