Mehr Selbstschutz im Haushalt – Unfälle vermeiden und Problemstoffe sicher verwenden

Mit den ersten warmen Tagen beginnt in vielen Haushalten der Frühjahrsputz. Gerade in dieser Zeit steigt auch das Unfallrisiko deutlich an. Stress und Hektik zählen dabei zu den häufigsten Ursachen für Unfälle im Haushalt. Der Salzburger Zivilschutzverband ruft daher zu mehr Aufmerksamkeit und Selbstschutz beim Putzen auf.

Laut KFV wurden in den vergangenen 5 Jahren österreichweit rund 26.500 Personen bei Reinigungsarbeiten so schwer verletzt, dass sie im Spital behandelt werden mussten. Zu 51 % sind davon Senioren betroffen. Im März, April & Mai ereignet sich etwa ein Viertel aller Unfälle.
Typische Unfallursachen sind Ausrutschen auf nassen Böden, Stolpern über herumliegende Gegenstände oder Stürze von ungeeigneten Steighilfen wie Stühlen oder Fensterbänken. „Viele dieser Unfälle lassen sich durch einfache Vorsichtsmaßnahmen vermeiden“, betont Ing. Winfried Kunrath, Geschäftsführer des Salzburger Zivilschutzverbandes. „Wer sich ausreichend Zeit nimmt, sichere Arbeitsmittel verwendet und aufmerksam arbeitet, kann das Unfallrisiko deutlich reduzieren.“

Sicherheitstipps für den Frühjahrsputz

  • Mit einem Putzplan kann man sich die Arbeit gut einteilen. Vor allem ausreichend Zeit und regelmäßige Pausen sind wichtig.
  • Ablenkungen durch Smartphone oder Fernseher vermeiden. Platzieren Sie Geräte und Reinigungsutensilien außerdem so, dass keine Stolperfallen entstehen.
  • Feste, rutschfeste Schuhe und zweckmäßige Kleidung schützen beim Arbeiten. Besonders bei der Verwendung von Chemikalien Handschuhe, Schutzbrille und ggf. Atemschutz tragen.
  • Arbeiten Sie nach Möglichkeit von oben nach unten und von hinten nach vorne und achten Sie auch auf eine ausreichende Belüftung.
  • Niemals auf Stühle, Tische oder Fensterbänke steigen, sondern geprüfte Leitern als Steighilfen verwenden.
  • Beim Fensterputzen in den oberen Stockwerken auf geeignete Absturzsicherungen achten.
  • Bei der Reinigung von elektrischen Geräten diese zuvor immer vom Stromnetz trennen.
  • Nutzen Sie die Gelegenheit, auch Rauchmelder zu reinigen und ihre Funktion zu überprüfen.

Vorsicht bei Chemikalien im Haushalt
Reinigungsmittel und andere Haushaltschemikalien können Gefahren bergen. Besonders Kinder sind gefährdet, wenn solche Produkte frei zugänglich sind. Im Jahr 2024 wurden österreichweit 262 Vergiftungsunfälle im Bereich „Heim und Freizeit“ registriert, davon 18 in Salzburg.

Unter den Betroffenen befanden sich österreichweit 63 Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren. Deshalb ist es wichtig Problemstoffe außerhalb der Reichweite von Kindern zu lagern.  Immer die Warnhinweise und Gefahrensymbole auf den Verpackungen beachten und Reinigungsmittel im Originalbehälter aufbewahren. Außerdem darauf achten verschiedene Reinigungsmittel niemals miteinander zu mischen. Einige Mittel können bei falscher Anwendung gesundheitsschädliche Dämpfe freisetzen oder Hautreizungen verursachen.  Produktreste anschließend über Altstoffsammelzentren sachgerecht entsorgen.  Der Salzburger Zivilschutzverband empfiehlt außerdem, regelmäßig zu prüfen, welche Haushaltschemikalien tatsächlich notwendig sind. In vielen Fällen können umweltfreundlichere Alternativen wie Essig, Zitronensäure oder Natron eingesetzt werden.

Im Notfall bei Vergiftungen: Rettung 144 oder
Vergiftungsinformationszentrale +43 1 406 4343 schnellstmöglich kontaktieren.